Mittwoch. 18:53. Schnell ich brauche noch Brot und Spülmittel. Das wird knapp, denke ich mir und parke mein Auto direkt vor der Filiale einer großen Handelskette. Abgehetzt laufe ich hinein. Obst und Gemüse ist natürlich bereits gut verstaut in Kisten geräumt. Die Wursttheke ist geschlossen oder die Verkäuferinnen sind mit der Entsorgung beschäftigt. Egal, ich laufe hinein, da höre ich bereits die Lady von der Kasse laut rufen,“Helga, die Tür kannst du dann absperren!“. Oh Gott, denke ich, das Gewissen plagt mich. Wie auf der Flucht jage ich durch das Geschäft und denke an die armen Mitarbeiter die nach Hause wollen. Hätte ich es doch geschafft, rechtzeitig das Büro zu verlassen, dann müssten die armen Geschöpfe sich nicht über die späten „Gäste“ ärgern.
Eine Woche später bin ich wieder inkognito als unerwünschter Kunde in einem Brillenfachgeschäft. Die Geldtasche sitzt locker, aber zum Glück unterhalten sich die Beraterinnen so angeregt über ein neu eröffnetes Lokal, so dass sie mich gar nicht erst bemerken. Nach einer Zeit verlasse ich das Geschäft ohne Sonnenbrille. Wieder einmal viel Geld gespart. Ich ärger mich trotzdem. Was helfen die vielen Flugblätter, wenn mir der Mitarbeiter nichts verkaufen will? Kommunikation nach Außen ist wichtig. Nach Innen auch.